Platz für Sorge schaffen – Warum eine Care Revolution nötig ist

Vortrag von Gabriele Winker, 2. November, 19.00 im Pavillon im Dazw/schen, Mühlemattstrasse 50, 3007 Bern. Die Veranstaltung ist auf Deutsch. Übersetzungen in andere Sprachen können unter mdk-bern@immerda.ch angefragt werden und wir versuchen eine zu organisieren. Der Raum ist rollstuhlgängig, eine rohlstuhlgängige Toilette ist vorhanden. Der Eintritt ist gratis, es gibt eine Kollekte zur Deckung der Unkosten.

Viele Menschen geraten an die Grenzen ihrer Kräfte, wenn sie versuchen, neben den hohen Anforderungen der Erwerbsarbeit gut für sich und andere zu sorgen. Was häufig als individuelles Versagen wahrgenommen wird, ist die Folge politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen.

Gabriele Winker plädiert vor diesem Hintergrund für einen grundlegenden Perspektivenwechsel. In der Strategie der Care Revolution stehen nicht Profitmaximierung und Kostensenkung im Zentrum, sondern menschliche Bedürfnisse, insbesondere die Sorge umeinander, sowie Rücksicht auf die Belastbarkeit der Ökosysteme. Care Revolution beschreibt Wege, um das Wachstum als Selbstzweck und die Erwerbszentrierung zu überwinden.

Zur Person: Dr. Gabriele Winker ist Sozialwissenschaftlerin und Care-Aktivistin. Sie war bis 2019 Professorin für Arbeitswissenschaft und Gender Studies an der TU Hamburg, ist Mitbegründerin des Netzwerks Care Revolution und hat 2022 die Stiftung Care for Future gegründet. Ihr aktuellstes Buch trägt den Titel „Solidarische Care-Ökonomie. Revolutionäre Realpolitik für Care und Klima“ und ist im März 2021 im transcript-Verlag erschienen.

Kontakt: www.mdkbern.ch, mdk-bern@immerda.ch, instagram: @mdk.bern

Weshalb ein Museum des Kapitalismus?

Die Motivation unserer beiden Museumsprojekte beruht darin, dass Zusammenhänge und Auswirkungen der kapitalistischen Produktionsweise und Kritik daran in vielen gesellschaftlichen Bereichen wie beispielsweise in der Schule oder bestehenden Museen nicht oder nur am Rande thematisiert werden. Gleichzeitig bleibt Kapitalismuskritik oft abstrakt und komplex. In diese beiden Umstände möchte das Museum des Kapitalismus intervenieren. Denn die kapitalistische Organisation der Gesellschaften dieser Welt prägt unseren Alltag auf vielfältige Art und Weise. Als kritisches Bildungsprojekt ist das Ziel Mechanismen und Auswirkungen des herrschenden Wirtschaftsystem einfach verständlich, zugänglich und erklärbar zu machen und gleichzeitig zur kritischen Diskussion und Auseinandersetzung mit diesen Themen anzuregen. Die Ausstellung möchte Fragen aufwerfen und Denkanstösse liefern ohne allgemeingültige Antworten zu predigen.

Wer sind wir?

Wir sind ein Kultur- und Politkollektiv aus Bern und entwickeln Ausstellungen zur kritischen Auseinandersetzung mit unserer Gesellschaft. 2019 haben wir während des Montas Oktober auf der Schützenmatte in Bern das Museum des Kapitalimus gezeigt, angelehnt an das gleichnamige Museum in Berlin. In den folgenden Jahren wurde die Ausstellung an vier weiteren Standorten ausgestellt: in Grindelwald, Interlaken, Zürich und am Buatsch Festival im Graubünden. Seit über zwei Jahren sind wir an der Erarbeitung des neuen Projektes zum Thema Arbeit.